Marokko Rundreise Teil 1
Zentralmarokko

Unsere erste Station war in Marrakesch die Gräber Saadiens. Diese Gräber waren 400 Jahre lang völlig zugewachsen und keiner hat sie entdeckt. Erst 1917 fand man sie. 2 große Mausoleen und Sarkophage konnten wir besichtigen. In einem der Sarkophage liegt der Saadier-Sultan Ahmed el Mansour samt Familie. Die Gräberplatten sind nach Mekka ausgerichtet, wo das nicht möglich war liegen die Personen mit dem Gesicht nach Mekka. Die Platten sind alle mit Mosaiken reichlich geschmückt.

Ab Abend ging es dann auf den berühmten PlatzDjemaa el Fna. Für unsere europäischen Ohren war das ein Höllenspektakel. An allen erleuchtenden Ständen drängen sich die Menschen zum Essen. Es gibt nichts was man nicht bekommt. Vor den Ständen sind Trommelspieler, Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und fahrende Händler. Als erstes gingen wir durch die Essstände, danach begutachten wird das Spektakel von einer der vielen Dachterassenkaffees.
In Casablanca hatten wir die Möglichkeit die zweitgrößte Moschee der Welt mit einer Führung auch innen zu besichtigen. Die Ausmaße der Moschee sind gewaltig. 200m lang, 100m breit und das Minarett ist 200m hoch.
Im Innenraum haben 25.000 Menschen Platz. Im Außenbereich 100.000. Sie hat ein automatisches öffnendes Dach, exquisite Innenausstattung und am Abend leuchten Laserstrahlen Richtung Mekka.


In Rabat angekommen ging es zum Palast des derzeitigen Königs von Marokko. Marokko hat eine konstitionelle Monarchie, ähnlich wie in England. Dies ist auch der einzige Platz wo du uniformierte Personen fotografieren kannst. Ansonsten ist es strengstens verboten. Rund um den Palast befinden sich viele Regierungsgebäude
Abseits des Palastes befinden sich die Mausoleen von Mohammed V und Hassan II, Vater und Großvater des jetzigen Königs. Diese zwei Grabstätten befanden sich früher in Casablanca. Der jetzige König hat sie nach Rabat verlegt und dafür bekam Casablanca die riesige Moschee. Vor diesen Mausoleen ist der Hassan Turm aus dem 12. Jhdt. Er wurde nie fertiggestellt, weil der damalige Herrscher vorher verstarb.



Die Bauzeit dauerte einfach zu lange. Der Herrscher starb früher. Der Turm hätte doppelst so hoch werden sollen. Geworden sind es 45m.
In Meknes angekommen besichtigten wir das Mausoleum von Moulay Ismail. Es ist im 17 Jhdt. Erbaut. Er ist als der blutrünstigste Herrscher in die Geschichte eingegangen. Angeblich hat er 867 Kinder gezeugt. In diesem Mausoleum liegen auch sein seine Witwe und sein Sohn sowie ein Sultan.

Diese Gips arbeiten sind einfach der Wahnsinn. Sie werden wie Schnitzereien gemacht. Wir haben sie überall gefunden.

In Fes angekommen ging zuerst hoch hinaus über die Stadt. Wir konnten die Aussicht über Fes und das umliegende Bergland genießen.
Die Stadt schmiegt sich an die Abhänge der vorgelagerten Hügel. Rund um diesen Aussichtspunkt befinden sich auch alte Gräberanlagen.

Die Friedhöfe in Marokko sind gewöhnungsbedürftig. Entweder sind man Grabplatten oder nur eine eingezäunte Wiese. Im Süden sind es meisten nur eingezäunte wild durcheinander liegende Steine.
Von dort ging es zum Dar el Makhzen, das Eingangstor zum Königspalast. Es ist einfach gigantisch. Es zeugt von hoher maurischer Handwerkskunst. Die Tore bestehen aus einer riesigen Kupferplatte mit aufgelöteten Verzierungen. Wunderschöne Mosaike verzieren die Torbögen. Das innere des Palastes kannst du leider nicht besichtigen, weil es die Sommerresidenz des derzeitigen Königs ist.
An den Palst grenzt das Judenviertel. Es sind Holzhäuser mit tollen Holzverzierungen.
Von da ging es in den Souk. Dies ist eine Welt für sich. Enge verschlungene Gassen mit vielen kleinen Geschäften wo verkauft und gearbeitet wird. Auf den engen Gassen drängen sich Einheimische, Touristen, Esel- und Handkarren die den Souk beliefern.


Unser Reiseführer machte es möglich das wir in einem marokkanischen Restaurant im Souk essen konnten. Es war ein sehr besonderes Erlebnis.

Was natürlich nicht fehlen darf bei einem Fes Besuch ist der Besuch der Tannerien. Das Leder wird noch genauso gegerbt wie anno dazumal. Die Gerber stehen maximal 2 Stunden in ihren Bottichen. Jeder Gerber hat eine genau zugewiesene Aufgabe. Es werden Kamel, Ziegen, Rind- und Lammleder gegerbt. Von den Terrassen der Tannerien hast du einen interresanten Überblick über die Szenerie.
Es hängt ein nicht angenehmer Geruch über dem Ganzen, aber am Eingang bekommt jeder eine Minzezweig in die Hand gedrückt um den Geruch etwas zu dämpfen. Es besteht kein Kaufzwang, wenn du auf die Terrasse eines Geschäftes gehst.

Mein persönliches Highlight war der Besuch der Töpfer- und Mosaikwerkstatt. Den Menschen über die Schulter zuschauen wie diese Mosaike entstehen war schon sehr speziell. Sie arbeiten mit einem wuchtigen Hammer filigrane Teile aus den 8mm dicken Fliesen. Den Frauen beim Bemalen der Keramik in gebückter Haltung tat schon beim Zuschauen weh.







